
14. Juni 2022 – Vorsicht geboten: Sanktionierter russischer Stahl kommt nach Taiwan – darüber nun auch nach Europa und in die Vereinigten Staaten? Deutscher Ifo Geschäftsklima Index im Mai 2022 gestiegen. Lieferengpässen aktiv begegnen. Und indische Edelstahlhersteller nach eigenen Angaben nicht mehr wettbewerbsfähig.
Deutscher Ifo Geschäftsklima Index im Mai gestiegen
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai 2022 deutlich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93,0 Punkte gestiegen, nach 90,8 Punkten im März und 91,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April.
Die deutschen Unternehmen waren vor allem merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die deutsche Wirtschaft erweist sich trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine als robust. Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar.
Möglichen Lieferengpässen aktiv begegnen
Mögliche Lieferengpässe aufzufangen, ist eine der größten Herausforderungen für die deutsche, aber auch europäische Wirtschaft. Hier empfiehlt sich eine geschickte Planung für das zweite Halbjahr 2022 und auch schon für das erste Halbjahr 2023.
Taiwan: 100.000 MT russischer Stahlprodukte von chinesischen Tradern
Die Taiwan Steel & Iron Industries Association hat aktuell davor gewarnt, dass bereits mehr als 100.000 MT von westlichen Staaten sanktionierter russischer Stahl – insbesondere Warmband und Brammen – von chinesischen Händlern nach Taiwan verkauft wurden.
Ursprüngliche Herkunft wird immer wichtiger
Mit besonderem Interesse liest sich die Nachricht für US-amerikanische Unternehmen, die spätestens seit der neuen Melt & Pour Regulierung für Aluminium Exporte aus dem Vereinigten Königreich, noch mehr auf die Herkunft ihrer Einkäufe achten müssen.
Vormaterial: Vorsicht wo man was kauft
Im Hinblick auf die Sanktionen gegen Russland, sollte man auch in der Europäischen Union sehr vorsichtig sein, wo man Material kauft, weil schlussendlich auch das Vormaterial eine gewichtige Rolle spielt.
Stahl Export Steuer: Indische Edelstahlhersteller vor langfristigen Konsequenzen
Die indischen Edelstahlhersteller haben es aktuell nicht leicht. Waren ihre Produkte bereits im letzten Jahr mit hohen Anti-dumping und Ausgleichszöllen durch die Europäisch Union belegt worden, kommt nun noch die 15% Export Steuer hinzu.
Edelstahl laut indischen Herstellern staatlich subventioniert
Das hat laut indischen Herstellerkreisen langfristige Auswirkungen auf die Produktion im eigenen Land. Und dort werden bereits erste Klagen laut, dass die fast ausschließlich auf den Export ausgerichtete und nach eigenen Angaben langjährig von staatlicher Seite subventionierte Branche in Indien selbst keinen Absatzmarkt hätte.
Hersteller: Indischer Edelstahl nun nicht mehr wettbewerbsfähig
Die indischen Hersteller sehen sich bereits jetzt für lange Zeit vom internationalen Markt ausgeschlossen und als nicht mehr wettbewerbsfähig an, da ihre Produkte nun zu teuer seien.
LME Nickel Preis und die Realität
Aufgrund der gestrigen Nickel Bewegung, wollen wir noch einen kurzen Blick auf die London Metal Exchange (LME) werfen. Nicht auf den Preis, der in unseren Augen nicht die Realität widerspiegelt, sondern auf die gehandelten Mengen.
Am gehandelten Nickel Volumen lässt sich ablesen, dass der Handelsplatz seine Bedeutung für Nickel, aber inzwischen wohl auch für andere Rohstoffe, immer mehr verliert. Das gehandelte Volumen ist im Vergleich zu den Monaten vor dem Chaos aus März 2022 um 70 bis 80 % eingebrochen.
Und auch die Lagerbestände der LME gehen immer weiter zurück. Daher ist die Frage wohl berechtigt, ob der Ausverkauf an der LME begonnen hat und es Zeit für einen neuen Nickel Markt wird?
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