Weltweiter Kampf um Edelstahlschrott beginnt
Weltweiter Kampf um Edelstahlschrott beginnt

20. Juli 2022 – Der weltweite Kampf um Stahl- und Edelstahlschrott wird härter. Nun haben auch die chinesischen Edelstahlproduzenten den enormen Vorteil von Schrott deutlich gemacht und den Rohstoff zum zweitwichtigsten Nickellieferanten erklärt. Diese Ankündigung könnte den Stahlproduzenten, z.B. in Europa und Indien, ernsthafte Sorgen hinsichtlich der Verfügbarkeit von und des Preisanstiegs für Edelstahlschrott bereiten. Weltweit steigen die Aktien der Stahlproduzenten wieder an. Und die Nickelpreise steigen weiter an.

Weltweiter Kampf um Edelstahlschrott beginnt

Die chinesische Stahlindustrie hat Edelstahlschrott zum zweitwichtigsten Rohstofflieferanten für Nickel erklärt. Und auch sein wirtschaftlicher Wert steht auf dem zweiten Platz des Siegertreppchens in der Edelstahlproduktion.

Westliche Edelstahlproduzenten bereits positioniert

Die großen chinesischen Hersteller von rostfreiem Stahl reihen sich damit in die Schlange ein, die zuvor von europäischen und amerikanischen Unternehmen angeführt wurde. Die westlichen Hersteller von rostfreiem Stahl konzentrieren sich schon seit einiger Zeit auf den Wert und den wirtschaftlichen Nutzen von Schrott. Man denke nur an den Vorschlag für die neue EU-Abfallverbringungsverordnung, die de facto die Ausfuhr von Schrott aus der EU in Nicht-OECD-Länder verhindert.

Zuletzt hatte eine der britischen Regierung nahestehende Denkfabrik ein Exportverbot für Schrott aus dem Vereinigten Königreich vorgeschlagen.

Indien größter Nettoimporteur in Asien

Andere Länder, die bei der Herstellung von rostfreiem Stahl auf Schrott angewiesen sind, wie Indien und Taiwan, gehören ebenfalls zu den größten Schrottimporteuren der Welt. Bislang vor allem aus den Vereinigten Staaten, Europa und Japan. Indien ist jedoch der bei weitem größte Verbraucher von Schrott aus nichtrostendem Stahl in Asien. Allein im Jahr 2020 importierte das Land mehr als eine Million Tonnen.

Offiziell unter dem Banner der CO2-Neutralität

Das Konzept der CO2-Neutralität wird häufig als wichtigster Faktor für die Verwendung von Stahl- und Edelstahlschrott angeführt. Das mag zwar richtig sein, lässt aber einen anderen wichtigen Punkt außer Acht: Die Kosteneffizienz. Edelstahlschrott ist im Gesamtkontext der billigste Rohstoff in der Produktion. Er muss lediglich im Elektrolyseur eingeschmolzen werden und enthält bereits alle wichtigen Rohstoffkomponenten für den neuen Edelstahl.

In der EU ist Schrott sogar der Garant dafür, dass kostenlose ETS-Zertifikate leichter abgerufen werden können. Dies ist auch ein Wettbewerbsvorteil für die Europäer, die aufgrund des Grundpreises plus Legierungszuschlag einen höheren Preis verlangen können, aber fast ausschließlich Schrott aus nichtrostendem Stahl für die Produktion verwenden.

China im Wandel

Das haben nun auch die chinesischen Hersteller erkannt und Nickel als zweitwichtigsten Rohstoff benannt. Und im Rahmen der Richtlinie der Regierung, die Stahlproduktion in dem asiatischen Land auf eine völlig neue und nachhaltigere Basis zu stellen, dürfte dies dazu führen, dass China bald als Global Player auf dem Markt für Edelstahlschrott wahrgenommen wird. Und angesichts des erklärten Ziels Indiens, die jährliche Stahlproduktion von 100 auf 300 Millionen Tonnen zu steigern, dürfte dies ein enormes Aufwärtspotenzial für den Schrottpreis bieten, insbesondere für Edelstahlschrott.

Aktien von Stahl- und Edelstahlherstellern drehen ins Plus

In Asien, Europa und den Vereinigten Staaten drehten die Aktien vieler Stahl- und Edelstahlhersteller nach den gestrigen Einbrüchen wieder ins Plus, und einige sind heute im Morgenhandel wieder um mehr als 5 % gestiegen.

Nickelpreise steigen weiter an

Die Nickelpreise steigen heute weiter an. An der asiatischen Rohstoffbörse SHFE stiegen die Nickelkontrakte zum Teil bereits um 5,6 %. Und auch in Europa steigt der Nickelpreis an der LME weiter an. Derzeit um rund 2,8%. Bereits Ende der letzten Woche hatte sich abgezeichnet, dass die Nickelkontrakte wieder deutlich steigen könnten.

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