Stahlschrott wird zu einer strategischen Ressource
Stahlschrott wird zu einer strategischen Ressource

10. Juni 2022 – Stahlschrott wird international immer mehr zu einer strategischen Ressource, die Länder und Stahlproduzenten eifersüchtig verteidigen. Nachdem die EU ein Defacto-Exportverbot für Stahlschrott plant, will nun auch Südkorea Stahlschrott als strategische Ressource im Land behalten. Und wer handelt eigentlich noch mit Nickel? Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass seit dem Nickelchaos im März 2022 der Handel mit diesem wichtigen Rohstoff an der LME und SHFE um bis zu 90 % eingebrochen ist.

Stahlschrott wird zur strategischen Ressource

Nun plant auch Südkorea, Stahlschrott zu einer strategischen Ressource zu erklären. Auf Betreiben der EU-Stahlerzeuger hatte die Europäische Kommission ihre Waste Shipment Regulation bereits in ein De-facto-Exportverbot für Metallschrott, insbesondere Stahl, umgewandelt.

Autos, Gebäude und Konstruktionen

Südkorea will mehr Stahlschrott aus Autos, Gebäuden und anderen Bauwerken im Land behalten und dafür gesetzliche Anreize und Anforderungen schaffen, hieß es am Donnerstag aus südkoreanischen Regierungskreisen.

EAFs brauchen Stahlschrott

Überall auf der Welt gibt es Bemühungen, Stahl- und anderen Metallschrott im Land zu halten. Hintergrund ist, dass die Stahlproduktion im Zuge der grünen Transformation in Richtung Elektrolichtbogenöfen (EAFs) umgestellt werden muss. Die EAFs produzieren im Gegensatz zu den klassischen Sauerstoffhochöfen (BOF) deutlich weniger klimaschädliche Treibhausgase wie CO2.

Stahlschrott ist heiß begehrt

Dass Stahlschrott immer begehrter wird, zeigt sich auch daran, dass die großen Stahlproduzenten begonnen haben, intensiv in die Aufbereitung und den Handel mit Schrott zu investieren. Nicht nur in Europa, sondern weltweit. Der Einsatz von hohen Schrottraten in der Elektrostahlproduktion reduziert nämlich nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch den Energieverbrauch im Vergleich zur Verarbeitung von direkt reduziertem Eisen (DRI).

Wo wird Nickel eigentlich noch gehandelt?

Gestern haben wir bereits darauf hingewiesen, dass die Nickelpreise seit März 2022 unterbewertet zu sein scheinen. Ein Blick auf die Daten der Shanghai Future Exchange (SHFE) wirft nun auch die Frage auf, wo Nickel eigentlich noch gehandelt wird, oder ob die Nickel-Futures ausgedient haben?

SHFE-Nickelhandel bricht um 90% ein

Das gehandelte Nickelvolumen an der SHFE ist im Mai 2022 im Vergleich zum November 2021 um rund 90% eingebrochen. Und im Vergleich zum Februar 2022 wurde nur etwa 1/4 des sonst üblichen Volumens gehandelt. Im Jahresvergleich sind nur noch 13 % dessen übrig, was sonst gehandelt wurde.

LME-Nickelhandel um 80% gesunken

Betrachtet man das Handelsvolumen an der London Metal Exchange (LME), so werden dort auch nur noch 20 % der sonst üblichen Nickelgeschäfte abgeschlossen. Auch die Nickelbestände an der LME gehen immer weiter zurück und kratzen bereits an der 70.000er Marke.

Handelt eigentlich noch jemand mit Nickel?

Dieser drastische Rückgang des Handelsvolumens von Nickel-Futures gibt zu denken. Und auch wenn die Blicke immer wieder auf die Preise an SHFE und LME gerichtet sind, sind diese doch nicht mehr als realistisch einzuschätzen. Denn dort scheint kein wirklicher Handel mehr stattzufinden.

Nickel scheint auf dem Weg zu sein, ein regulär gehandelter Rohstoff zu werden, dessen Marktpreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird – und wir wissen ja, dass Nickel nicht im Überfluss vorhanden ist.

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