Nickel-Futures steigen seit Mitte Juli 2022 um fast 30%
Nickel-Futures steigen seit Mitte Juli 2022 um fast 30%

1. August 2022 – Die Nickelpreise steigen seit zwei Wochen wieder an. An der LME bereits um etwa 30 %. An der SHFE sogar noch mehr. Der neue staatliche Rohstoffriese China Mineral Resources Group soll mit einem Startkapital von ca. 3 Mrd. US-Dollar die Einkaufsmacht Chinas auf den globalen Rohstoffmärkten festigen – erste Nationen zeigen sich bereits besorgt. Und die ersten großen Lieferungen von russischem Stahl nach Indien bereiten den Käufern neue Sorgen wegen der westlichen Sanktionen.

Nickel-Futures steigen seit Mitte Juli 2022 um fast 30%

Was wir am 15. Juli vorausgesagt hatten, ist in den letzten zwei Wochen mit einer neuen Nickel-Rallye eingetreten. Der Nickelpreis an der europäischen LME ist seit dem 15. Juli um fast 30 % gestiegen, wenn man das aktuelle Niveau vom heutigen Montag berücksichtigt.

An der SHFE ist der Nickelpreis seit Mitte Juli sogar um fast 32 % gestiegen. Auch wenn Nickel nach wie vor volatil ist, zeigt dies einen klaren Trend – nicht nur an der europäischen Rohstoffbörse LME, sondern auch an der SHFE.

Gleichzeitig sind die Lagerbestände an der LME und der SHFE auf historische Tiefststände gefallen. Während die LME die Entwicklung der an der LME gehandelten russischen Nickelprodukte weiterhin im Auge behält, besteht weiterhin das Risiko, dass Sanktionen gegen Russland verhängt werden könnten.

Mehr chinesische Einkaufsmacht

China hat ein neues staatliches Unternehmen für den Einkauf von Rohstoffen gegründet. Das Start-up kann sich über eine Kapitalspritze von rund 3 Mrd. US-Dollar freuen und soll dem Rohstoffhunger Chinas in Zukunft deutlich mehr Kaufkraft verschaffen. Rohstoffexportierende Länder wie Australien betrachten dies bereits als eine gegen sie gerichtete Bedrohung. Und das nicht nur in Bezug auf Eisenerz.

Sicherstellung der Versorgung mit wichtigen Bodenschätzen

„Der Start des Rohstoffgiganten ist von großer Bedeutung für Chinas Fähigkeit, die Versorgung mit wichtigen Bodenschätzen zu gewährleisten, die Lieferketten zu sichern und eine qualitativ hochwertige Entwicklung zu fördern“, so die chinesischen Staatsmedien.

China ist der weltweit größte Verbraucher von Eisenerz

Die Gründung der China Mineral Resources Group Ende Juli 2022 bestätigte den seit langem kolportierten Plan, einen zentral verwalteten Staatsriesen zu schaffen, der mehr Einfluss auf die Rohstoffpreise hätte, indem er Chinas Stärke als weltgrößter Eisenerzverbraucher ausnutzt.

Vor allem Eisenerz ist ein Rohstoff, der für die chinesische Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielt. Die chinesische Wirtschaft ist stark von Eisenerzeinfuhren abhängig. China bezieht 64,7 Prozent seines Eisenerzes aus Importen, so China Merchants Securities in einem Forschungsbericht vom April.

Kartell der Eisenerzproduzenten?

Hintergrund dieser Gründung ist aber auch, dass China einem möglichen Produktionskartell unter den größten Eisenerzproduzenten der Welt entgegenwirken will. 80 % der Eisenerzeinfuhren Chinas stammten zuletzt von diesen vier großen Rohstoffunternehmen.

Wie geht es weiter?

Derzeit soll der neue Riese die historische Aufgabe übernehmen, die Verhandlungsposition der chinesischen Stahlindustrie zu verbessern, wie die Regierung mitteilte. Es ist jedoch zu erwarten, dass China seine Kaufkraft für Rohstoffe im Allgemeinen ausbauen will. Die Nachfrage ist da, und die Ressourcen sind begrenzt. Die Gründung der China Mineral Resources Group dürfte einige Länder und Abnehmer von Rohstoffen außerhalb Chinas in die Enge treiben.

Sanktionierter russischer Stahl jetzt auch in Indien

Indischen Medienberichten zufolge sind die ersten großen Lieferungen (rund 28.000 Tonnen) von russischem Stahl, der von den westlichen Sanktionen betroffen ist, in Indien eingetroffen. Zuvor hatte es auch aus anderen Regionen der Welt, z. B. China und Taiwan, Berichte gegeben, wonach die Einfuhren von Stahl mit Ursprung in Russland erheblich zugenommen hätten.

Westliche Stahleinkäufer besorgt

Dies ist besonders besorgniserregend für westliche Abnehmer, die mit ihren Bestellungen beispielsweise aus Indien und China möglicherweise sanktioniertes Material kaufen. Die Vorschriften der Europäischen Union in Bezug auf sanktionierte russische Stahlerzeugnisse sind sehr streng. Nicht nur die absichtliche Umgehung von Sanktionen ist strafbar, auch die fahrlässige Umgehung kann in Europa mit Haftstrafen geahndet werden.

EU-Guidelines warnen vor Versuchen, Sanktionen zu umgehen

Auch die Leitlinien der Europäischen Union zu den Sanktionen gegen Russland enthalten Warnungen, dass insbesondere Importeure auf Umgehungsversuche achten müssen. Und nicht, um ihre Bestellungen mit Produkten anzureichern, die heimlich mit falschen Herkunftsangaben versehen wurden und tatsächlich aus Russland stammen.

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