Milliarden Betrug mit chinesischem Aluminium
Milliarden Betrug mit chinesischem Aluminium

20. Juni 2022 – Für Käufer von chinesischem Aluminium ist es ein Horrorszenario, wenn sich plötzlich herausstellt, dass das Aluminium gar nicht existiert und man Opfer eines Betrugs geworden sind. Kommen neue Energiebeschränkungen? Die chinesische Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) fordert neue Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung. Und die Produktionskapazitäten von Stahl, Koks, Ölraffination, Aluminium, Zement und Flachglas dürfen in China nicht weiter ausgebaut werden.

China: Milliarden Betrug mit Aluminium

Ein Horrorszenario für Käufer von chinesischem Aluminium. Offenbar wurde in China ein milliardenschwerer Betrug mit nicht vorhandenem Aluminium aufgedeckt.

Der mutmaßliche Betrug kam letzten Monat in Guangdong ans Licht, als mehrere Unternehmen feststellten, dass die von ihnen finanzierten Metalle möglicherweise nicht existieren.

Die Anschuldigungen begannen in einem einzigen Werk in der Stadt Foshan und betrafen mehrere Lagerhäuser in Shanghai und der Provinz Zhejiang. Die Aluminiumbestände in diesen Anlagen machen etwa 14 % der landesweiten Lagerbestände aus.

Schaden von mehr als einer Milliarde US-Dollar, Polizei ermittelt

Bisher wurden Schäden von mehr als einer Milliarde US-Dollar gemeldet. Allerdings stehen die polizeilichen Ermittlungen wohl noch am Anfang und es besteht die Möglichkeit, dass noch viele weitere Fälle bekannt werden.

Nicht der erste Betrugsfall in China

Das weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Fall in China vor etwa 10 Jahren. Damals hatte es einen Betrug mit nicht vorhandenen Rohstoffen in Höhe von rund drei Milliarden US-Dollar gegeben.

China: Kommen neue Energiebeschränkungen?

In einem kürzlich erschienenen Artikel hat Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) dazu aufgerufen, vernünftige und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um die Stromversorgung Chinas weiter zu gewährleisten und eine Stromrationierung zu vermeiden.

Kohle muss teuer importiert werden

Gleichzeitig kündigte die NDRC an, dass künftig nicht nur mehr Kohle produziert, sondern auch mehr Kohle importiert werden müsste, um den Betrieb und die Energieerzeugung von Kohlekraftwerken sicherzustellen. Gleichzeitig muss der Ausbau alternativer Energien – wie der Windkraft – vorangetrieben werden.

Strenge Energieeinschränkungen im Jahr 2021

Zuletzt hatte es in China im Jahr 2021 massive Einschränkungen und Rationierungen von Energie gegeben, insbesondere für die Produktion von Aluminium und Rohstahl. Und die Forderung der NDRC nach mehr Input in die Energieproduktion ist ein Hinweis darauf, dass es in China zu erneuten Beschränkungen der Energieproduktion kommen könnte.

China: Größte CO2-Produzenten dürfen nicht weiter expandieren

Sieben Ministerien, darunter das Ministerium für Ökologie und Umwelt, haben kürzlich die „Notice on the Implementation Plan for Synergistic Efficiency of Pollution Reduction and Carbon Emission Reduction“ herausgegeben.

Betroffen sind Branchen wie Stahl, Aluminium, Koks, Zement

Aus dem vorgelegten Umsetzungsplan geht eindeutig hervor, dass es künftig strengstens untersagt ist, die Produktionskapazitäten von Stahl, Koks, Ölraffination, Aluminium, Zement und Flachglas (mit Ausnahme von Photovoltaikglas) in Schlüsselbereichen der Luftreinhaltung zu erhöhen.

Zudem sollen bis 2030 50 % aller neu zugelassenen Fahrzeuge mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Diversifizierung in Lieferketten notwendig

Dies kündigt mit Blick auf China weitere Herausforderungen bei der Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe an, die Einkäufer zum Umdenken anregen sollten. Eine Diversifizierung in den Lieferketten zur Gewinnung von mehr Sicherheit in der Beschaffung ist daher sinnvoll.

Aktuelle News

Receive all the latest news once a week

Receive all the latest news once a week

Make it easy for yourself: we will remind you once a week about the latest news.

Join our mailing list to receive the latest news and updates from our team.

You have Successfully Subscribed!