Gefährliches Schlupfloch: Bor in indischem Stahl spart Exportsteuer
Gefährliches Schlupfloch: Bor in indischem Stahl spart Exportsteuer

28. Juli 2022 – Indische Stahlhersteller fügen ihren Legierungen Bor zu, um Ausfuhrsteuern zu vermeiden. Dies berichten indische Medien. Die Zugabe von Bor selbst in kleinsten Mengen verändert jedoch die Eigenschaften des Stahls erheblich. Das birgt große Gefahren. Und positive Wirtschaftsdaten aus China lassen die Preise an den Rohstoffbörsen steigen.

Gefährliches Schlupfloch: Bor in indischem Stahl spart Exportsteuer

Wie indische Medien berichten, haben die indischen Stahlproduzenten mit dem Zusatz von Bor zu Stahl ein Schlupfloch in der Ausfuhrsteuer von 15 % entdeckt, die von der Regierung Ende Mai 2022 erlassen wurde, um die Produkte im Land zu halten und die Preise auf ein niedrigeres Niveau zu drücken.

Stahllegierungen die Bor enthalten sind von der Ausfuhrsteuer befreit

Die Ausfuhren einiger borhaltiger Stahllegierungen, wie z. B. Elektrostahl, sind von der indischen Steuer befreit und haben sich seit der Ankündigung mehr als verachtfacht. Alle anderen Stahlexporte sollen deutlich zurückgegangen sein.

Warum kann Bor in Stahl ein Problem sein?

Das Element wird verwendet, um die Härtbarkeit von Stahl zu verbessern. Selbst kleinste Mengen Bor haben einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Stahls. Wenn sich auf der einen Seite die Härtbarkeit, die Anlasstemperaturen und die Bearbeitbarkeit verbessern, gibt es auf der anderen Seite aber auch große Probleme und Gefahren.

Falsche Anwendung kann zur Katastrophe führen

Probleme und Gefahren entstehen vor allem dann, wenn Bor-Legierungen für tragende Konstruktionen verwendet werden. Ist der Anteil von Bor zu hoch, nimmt die Härtbarkeit ab, die Zähigkeit sinkt und die Versprödung nimmt zu. Dies kann auch zu Problemen beim Schweißen führen und Erstarrungsrisse verursachen.

Auch der Hitachi-Konzern warnt auf seiner Website vor den Gefahren des Elements in Stahl. „Schweißprobleme, verringerte Elastizität und mögliche Verformungen großer Strukturen können im schlimmsten Fall zum Einsturz von Brücken, Gebäuden oder dem Untergang von Ölplattformen führen.

Vor allem in der Europäischen Union gibt es verbindliche Grenzwerte, die eingehalten werden müssen.

Nicht immer in der Konformitätsbescheinigung angegeben

Bor kann daher in bestimmten Fällen notwendig und in anderen unerwünscht sein. Das Problem ist, dass das Element nicht immer auf der Konformitätsbescheinigung des Rohstahls angegeben ist. Materialverwechslungen oder Unkenntnis können fatale Folgen haben, wenn borhaltiger Stahl in der falschen Anwendung eingesetzt wird.

Branchenexperten warnen

Indische Branchenexperten sehen dies ebenfalls als problematisch an und warnen, dass nicht jeder Kunde Bor im Stahl akzeptieren wird. Und sie kritisieren die Verwendung des Elements zur Umgehung der Ausfuhrsteuer.

SHFE- und DCE-Futures legen deutlich zu

Die Futures an den asiatischen Rohstoffbörsen SHFE und DCE sind heute deutlich gestiegen. Die Preise für Basismetalle, aber auch für Eisenerz, Koks, warmgewalzte Coils und rostfreien Stahl sind insgesamt gestiegen. Einige sind um mehr als 7% gestiegen. Aluminium ist um mehr als 4 %, Kupfer um fast 3 %, Eisenerz um mehr als 7 % und Koks um mehr als 7,5 % gestiegen.

Positive Wirtschaftsdaten aus China

Hintergrund sind nach Ansicht von Analysten die Daten von Industrieunternehmen in China, die im vergangenen Monat überraschend positiv waren. Und auch die angekündigte Zinserhöhung durch die US-Notenbank wurde vom Markt erwartet und als moderat empfunden. Dies trägt heute zur guten Stimmung am Markt bei und hat beispielsweise Kupfer und Aluminium an der europäischen Rohstoffbörse LME bereits um rund 2 % steigen lassen.

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