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EU-Stahlerzeuger scheuen das unternehmerische Risiko
EU-Stahlerzeuger scheuen das unternehmerische Risiko

18. Juli 2022 – Die Stahlproduzenten in der EU zögern, unternehmerische Risiken einzugehen, sollten die zahlreichen Vorschriften und Hindernisse für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU nicht sofort beseitigt werden. Sind die größten CO2-Emittenten plötzlich grün geworden? Asiatische Basismetalle mit Zuwächsen und China erholt sich von Sperrungen.

Asiatische Basismetalle mit Kursgewinnen

Die asiatischen Basis Metalle an der SHFE starteten am heutigen Montag positiv in die Woche. Die Nickel-Futures stiegen um bis zu 3,12 %. Aluminium ist um bis zu 3,25 % gestiegen.
Aber auch Zinn (+5,45%), Zink (+4,06%), Blei (+3,58%) und Kupfer (+3,28%) legten kräftig zu. Eisenerz, HRC-Futures und Kokskohle legen ebenfalls deutlich zu, und zwar um 2,18 bis 3,34 %.

China: Erholung von den Corona Lockdowns

Im letzten Quartalsmonat verzeichnete die chinesische Industrieproduktion einen Wachstumsschub von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr, der vor allem bei den Automobilherstellern und den Herstellern elektronischer Geräte zu beobachten war, da sich die Probleme in der Lieferkette entspannten.

Ermutigend ist auch die überraschend starke Erholung der Einzelhandelsumsätze, die um 3,1 Prozent stiegen. Mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 5,5 Prozent und 6,54 Millionen neuen Arbeitsplätzen in der ersten Jahreshälfte ist Peking auf dem besten Weg, seine Beschäftigungsziele für 2022 zu erreichen.

Für die zweite Jahreshälfte erwarten die Analysten der Deutschen Bank eine allmähliche Erholung von Produktion und Nachfrage, begleitet von weiteren gezielten fiskalischen Impulsen, die sich auch positiv auf die Bewertungen chinesischer Aktienunternehmen auswirken dürften.

EU-Stahlerzeuger scheuen das unternehmerische Risiko

Seit Jahren zeigen die europäischen Stahlhersteller keine Bereitschaft, unternehmerische Risiken einzugehen, und sind mehr auf das Wohlwollen ihrer Aktionäre und Investoren bedacht. Selbst die grüne Transformation vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges war eher eine lauwarme Konservierung bestehender Produktionsverfahren, die mit Erdgas betrieben und vom Steuerzahler bezahlt wurde.

Stahlproduzenten ohne Erdgas

Nach dem Willen der Hersteller sollten beispielsweise veraltete deutsche Hochöfen mit 8 Milliarden Euro Steuergeldern bis 2030 auf eine Technologie umgerüstet werden, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme eigentlich keinen nennenswerten Nutzen hatte. Denn diese Anlagen sollten mit billigem Erdgas aus Russland befeuert werden – Wasserstoff, geschweige denn grüner Wasserstoff, wäre bei dem geplanten Expansionstempo der EU-Stahlhersteller bis 2030 niemals in ausreichender Menge verfügbar gewesen.

Angesichts der Erdgaskrise und der vermutlich auf Jahrzehnte hinaus zerstörten Beziehungen zu Russland ist der alte Erdgasplan obsolet geworden. Zudem haben die EU-Parlamentarier mit der anstehenden CBAM-Verordnung den Import von schmutzigem Wasserstoff und anderen Energieträgern deutlich teurer gemacht, als ursprünglich von den Stahlverbänden propagiert.

Plötzlich zu viele Vorschriften und Ungewissheiten

Doch jetzt, angesichts steigender Erdgaskosten und des Einbruchs der Aktienkurse der EU-Stahlerzeuger, muss sich plötzlich alles ändern. Plötzlich gibt es viel zu viele Vorschriften und Fallstricke für die angeschlagenen Stahlwerke.

Wie kann es sein, dass der Bau von Windkraftanlagen bis zu sieben Jahre dauert? Warum muss man so viele Dokumente ausfüllen? Warum gibt es so viele Unwägbarkeiten bei der Planung und Umsetzung? Und warum dürfen die EU-Bürger bei solchen Dingen mitreden? Und warum müssen wir (die Hersteller) hier ein unternehmerisches Risiko eingehen? Sätze, die man früher nur von Umwelt-NGOs und grünen Parteien gehört hat.

„Overly restrictive requirements, the absence of clear guarantees on the availability of renewable electricity and relevant dedicated infrastructure have the opposite effect of curtailing investments in production capacity and imposing administrative burdens. The signatories therefore propose the following changes to the draft acts, which are necessary to enable the market ramp-up and fast decarbonisation.“

Quelle: Joint statement of the EU industry: Pragmatic regulatory framework necessary for hydrogen market

Sie können nicht alles schaffen?

Ein empörendes Feuerwerk, das EUROFER in seiner jüngsten gemeinsamen Erklärung zusammen mit den größten CO2-Emittenten und Produzenten von Brennstoffen und Energieträgern in der EU abgab.

Jetzt ist auf einmal alles falsch, was in den letzten Jahren mit Millionen von Lobbygeldern (von den Herstellern) verhindert oder wo schlicht nichts gemacht wurde. Alles ist furchtbar überreguliert und die Investitionen sind nicht gesichert. Willkommen in der Realität des unternehmerischen Handelns.

Und plötzlich können die EU-Hersteller nicht mehr alles zur rechten Zeit schaffen.

Warum nicht früher? Es gab ja schließlich Erdgas!

Vor der Russlandkrise schien die Sonne (außer vielleicht bei den ETS-Zertifikaten und CBAM), und der Plan war auf Kurs – Erdgas war der Treibstoff -, aber jetzt kann die grüne Transformation nicht schnell genug gehen. Aber nur, wenn sichergestellt ist, dass am Ende alles ordentlich geregelt und sicher ist. Denn es gibt eine Sache, die Aktionäre und Investoren noch mehr hassen als zu geringe Dividenden: Unsicherheiten.

Denn genau diese Haltung zeigt, dass die Vorstände nur auf den Aktienkurs getrimmt sind. Die Aktionäre haben keine Lust auf eine wirkliche Unternehmensentwicklung mit Hochs und Tiefs.

Aber das hat wirklich nichts mit grüner Transformation zu tun.

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