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Stainless Espresso: EU-Legierungszuschläge Juli 2022 - eine weitere Runde in der Schrottquotenanpassung
Stainless Espresso: EU-Legierungszuschläge Juli 2022 – eine weitere Runde in der Schrottquotenanpassung

22. Juni 2022 – Die ersten veröffentlichten Legierungszuschläge für Juli 2022 deuten auf eine weitere Runde bei der Anpassung der Schrottquote hin. Doch ist das vertretbare Maximum inzwischen erreicht? Ist CO2-reduzierter Stahl wirklich CO2-reduziert oder ist das nur Greenwashing? Neue Abstimmung über Emissionshandel und CBAM im EU-Parlament erwartet. Und Vorsicht im internationalen Geldgeschäft – wenn die „Willkür“ von Banken und Finanzdienstleistern zuschlägt.

EU-Legierungszuschläge Juli 2022 – Wieder an der Schrottquote gedreht

Wie üblich veröffentlichen die EU-Edelstahlhersteller am 21. eines jeden Monats die Legierungszuschläge für den Folgemonat. Gestern war keine Ausnahme. Diesmal machte der finnische EAF-Edelstahlhersteller Outokumpu den Anfang.

Nach unseren Berechnungen und in Anbetracht der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten hätten die europäischen Legierungszuschläge eigentlich steigen müssen. Wir hatten erwartet, dass dies nicht der Fall sein würde.

Wie entwickeln sich die Rohstoffpreise?

Der Nickelpreis hat sich im Durchschnitt kaum bewegt, obwohl der Preis für eine Tonne Nickel an der LME zuletzt gesunken war. Die Ferrochrompreise sind im Vergleich zu den Benchmarkpreisen aus Q2 (Energiekosten) um mehr als 50% gestiegen. Lediglich die Stahlschrottpreise seien zuletzt gesunken, was aber nur marginale Auswirkungen auf die „ursprüngliche“ Berechnungsgrundlage für die Legierungszuschläge gehabt hätte.

Mit der alten Berechnungsgrundlage der EU-Edelstahlhersteller würden die Legierungszuschläge für Juli 2022 noch auf dem Niveau von Mai 2022 oder leicht darunter liegen.

So haben die Hersteller den Edelstahlschrottsatz bei der Berechnung der Legierungszuschläge noch einmal geändert, einige Prozentpunkte hinzugefügt und die Preise für die Legierungszuschläge dadurch leicht nach unten angepasst.

Maximale Schrottquote für Flachstahl jetzt erreicht?

Die Stahl- und Edelstahlproduktion im Lichtbogenofen hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile für die Hersteller. Der größte Nachteil besteht darin, dass beispielsweise bei vielen höherwertigen Edelstahlprodukten nicht einfach 100 % Schrott in den Elektrolichtbogenofen geworfen werden können. Die Qualität, die dann aus dem Ofen kommt, ist nur für Langprodukte geeignet – nicht aber für Flachstahl wie Coils und Bleche.

Optimale Schrottquote bereits überschritten?

Die „optimale“ Quote liegt bei etwa 70 % Schrott und 30 % Rohstoffen, wie z. B. direkt reduziertem Eisen (DRI) oder heiß brikettiertem Eisen (HBI). Und da die Schrottquote der Hersteller von rostfreiem Stahl jetzt über 80 % liegen muss, um die weitere Senkung der Legierungszuschläge für Juli 2022 zu rechtfertigen, wird wahrscheinlich nicht mehr viel übrig bleiben.

Blaue, grüne und CO2-reduzierte Stähle

Seit 2021 schießen „saubere“ (blaue, grüne, CO2-reduzierte) Stähle und Edelstähle wie Pilze aus dem Boden. Die europäischen Hersteller übertreffen sich gegenseitig darin, wie sehr sie die CO2-Emissionen ihrer neu entwickelten „kohlenstoffarmen“ Stähle reduziert haben.

Dies führt zu einem ganz anderen Thema, nämlich dass ab 2021 neue EU-Benchmarks für CO2e-Emissionen pro Tonne Stahl oder Edelstahl gelten. Und diese Benchmarks müssen von den Herstellern eingehalten werden, wenn sie von kostenlosen ETS-Zertifikaten profitieren wollen.

Und mit der Verwendung von DRI/HBI in BF/BOF/EAF verlagern Sie die CO2-Emissionen einfach auf ein anderes Unternehmen. Dann ist es einfach zu sagen, dass Sie Ihre CO2-Emissionen in Ihrem Blue-Gum-Stahl um 1,5 t/CO2e reduzieren und plötzlich nur noch 0,6 t/CO2e emittieren. Dann lösen Sie die kostenlosen ETS-Zertifikate ein und lassen den Kunden zweimal für bereits subventionierten Stahl zahlen.

Das ist schade. Chance für eine echte Reduzierung der CO2-Emissionen vertan. Denn DRI/HBI ist nichts Neues und schon seit den 1980er Jahren bekannt. Ja, es verbessert die Produktivität der Stahlproduktion. Aber eine wirkliche Verringerung der CO2-Emissionen wird nicht erreicht, vor allem dann nicht, wenn es in der BOF-Stahlproduktion eingesetzt wird. Grünes Waschen in seiner reinsten Form.

Neue Abstimmung über EU-Emissionshandel und CBAM

Am heutigen Mittwoch wird das EU-Parlament erneut über das europäische Emissionshandelssystem und die Carbon Border Tax (CBAM) abstimmen. Die letzte Abstimmung scheiterte, weil die Entwürfe offenbar durch massiven Lobbydruck immer mehr aufgeweicht wurden.

Business-Tipp: Vorsicht bei internationalen Bankgeschäften

Nehmen wir an, ein Unternehmen hat einen eCommerce-Shop und bietet unter anderem Paypal als Zahlungsdienstleister an. Die Geschäfte laufen gut und das Unternehmen hat in wenigen Tagen 50.000 Dollar auf seinem Paypal-Konto angesammelt und noch keine Zeit gehabt, diese auf ein reguläres Bankkonto zu überweisen. Nun schlägt ein automatisches System beim Zahlungsdienstleister zu, der es für ungewöhnlich hält, dass sich so viel Geld auf diesem Konto befindet und das Konto kurzerhand sperrt.

Internationaler Zahlungsverkehr mit Tücken

Überraschenderweise ist dies kein Einzelfall. Nicht nur beim US-Zahlungsdienstleister Paypal. Es kann auch bei Amazon passieren. Oder bei Alibaba. Wenn Mitarbeiter oder automatisierte Systeme im internationalen Zahlungsverkehr meinen, eine Unregelmäßigkeit entdeckt zu haben, werden schnell Konten eingefroren. Und dann ist guter Rat teuer. Denn manchmal werden solche Konten für Monate gesperrt.

Rechtlich gesehen mag ein solches Verhalten von Zahlungsdienstleistern und Finanzinstituten/Banken korrekt sein. Für das betroffene Unternehmen ist es jedoch eine große Herausforderung.

Rechtliche Schritte? Die großen Banken sitzen das gerne aus

Denn die Unternehmen haben kaum echte Handlungsmöglichkeiten. Oft gibt es keinen direkten Ansprechpartner. Widerspruchsverfahren sind schwierig und langwierig. Oder die Kommunikation mit dem Kunden wird ganz eingestellt. Für die großen Banken ist das selten ein Problem. Sie können es einfach aussitzen und fünf-, sechs- oder siebenstellige Beträge werden nur dort in der Masse als relevant angesehen. Einzelne Unternehmen fallen da schnell durch die Maschen. Am Ende können nur noch Anwälte helfen.

Daher unsere Tipps für den internationalen Zahlungsverkehr:

  • Achten Sie auf die Finanzdienstleister, mit denen Sie zusammenarbeiten.
  • Verteilen Sie Überweisungen größerer Beträge auf mehrere Transaktionen.
  • Überweisen Sie regelmäßig Geld von Online-Konten im Ausland zu Ihrer Hausbank.
  • Achten Sie auf bestehende gesetzliche Bestimmungen oder Sanktionen, die sich negativ auf eine Transaktion auswirken könnten.
  • Und achten Sie darauf, dass Sie bei Ihren Finanzpartnern ein gutes Rating haben.

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