Neuer Europäischer Edelstahl Konzern heimlich in Italien geschmiedet?
Neuer Europäischer Edelstahl Konzern heimlich in Italien geschmiedet?

5. August 2022 – Ein neuer großer Edelstahlkonzern in Europa? In italienischer Hand? Es könnte darauf hinaus laufen, folgt man der Kette an Ereignissen der letzten Monate. Was mit dem Verkauf von Acciai Speciali Terni anfing, könnte mit dem Kauf der Edelstahl Langprodukte Sparte von Outokumpu durch Marcegaglia nur ein weiterer Schritt zu einem neuen europäischen Riesen gewesen sein, der sich auch international nicht verstecken müsste. Die Nickelpreise in Asien und Europa steigen wieder – Ist das die Sorge vor der geplanten Indonesischen Export Steuer auf Nickel? Und in China sind 200.000 Tonnen Kupfer verschwunden.

Nickel Preise steigen – Sorge vor indonesischer Export Steuer?

Die Nickel Futures in Asien sind heute wieder gestiegen und legten um bis zu 3,6% zu. Und auch an der LME ging es zum Handelsstart deutlich nach oben. Im ersten Peak um mehr als 5%.

Indonesien bekommt vermutlich neue Nickel Export Steuer

Bereits seit einigen Tagen bewegt sich die Annahme durch die Medien, dass Indonesien im zweiten Halbjahr 2022, vermutlich sogar noch im dritten Quartal, eine neue Nickel Export Steuer auf den Weg bringen könnte. Mit dieser Steuer sollen Lücken geschlossen werden, die aktuell im eigentlichen Export Bann für indonesischen Nickel offen geblieben sind.

Nickelvorräte schwinden zu schnell

Die indonesische Regierung scheint zudem darüber besorgt zu sein, dass die begrenzten Nickelvorräte zu schnell zu billigen Zwischenprodukten verarbeitet werden könnten – insbesondere zu Nickel Pig Iron – und der sich im Aufbau befindlichen EV- und Batterie-Industrie vorzeitig den Rohstoff entziehen könnte.

Nickel Steuer an den Nickelpreis gekoppelt?

Die Nickel Steuer soll möglicherweise sogar an den internationalen Nickelpreis gekoppelt und prozentual bemessen werden. Ein logischer Schritt, da hochwertige Nickelerze auf Dauer ein endlicher Rohstoff sind und die Preise mittelfristig deutlich steigen dürften.

Kosten für chinesische Edelstahlhersteller könnten deutlich steigen

Für die chinesischen Edelstahlhersteller könnte dies ein Ende des billigen Rohstoffs NPI bedeuten, der nach Meinung aus Branchenkreisen das Hauptziel der möglichen neuen indonesischen Nickel Export Steuer sein dürfte.

Schmiedet Italien heimlich neuen Europäischen Edelstahl Konzern?

Der Verkauf der Langprodukte Sparte des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu an das italienische Unternehmen Marcegaglia hat so einige Branchenkenner aufhorchen, wenn nicht sogar aufschrecken lassen. Neben mehreren Rolling Mills für Edelstahl Langprodukte, gehört zu dem Deal auch ein Electric Arc Furnace (EAF) mit einer geschätzten Jahreskapazität von ca. 250.000 metrischen Tonnen Edelstahl. Diese Kapazität soll sich sogar noch auf 400.000 MT erweitern lassen.

EAF kann Brammen produzieren?

Dieser EAF kann anscheinend, und das beunruhigt einige Marktteilnehmer, Edelstahl Brammen produzieren. Brammen die sich in einem Warmwalzwerk zu warmgewalztem Coil auswalzen lassen könnten. So ein Werk fehlt dem Marcegaglia Konzern aktuell aber noch.

Was passiert aktuell noch?

Schauen wir nun aber auf die aktuellen Entwicklungen von 2021 und dem ersten Halbjahr 2022, dann wird es interessanter. Der Arvedi Konzern, eigentlich für seine Edelstahl Rohre bekannt, kauft von ThyssenKrupp den italienischen Re-Roller Acciai Speciali Terni (AST) und kündigt anschließend an, mehr als eine Milliarde Euro in AST investieren zu wollen. Unter anderem in einen Brammenheizofen mit Wasserstoff-Methan-Verbrennung und eine Beiz-, Walz- und Glühanlage für rostfreien Stahl.

EU Anti-Circumvention Verfahren gegen SSHR aus der Türkei

Gerüchten zu Folge, gehört AST zu den europäischen Unternehmen, die ganz aktuell ein Anti-Circumvention Verfahren gegen Importe von warmgewalzten Edelstahl (SSHR) mit Herkunft Indonesien über die Türkei angestoßen haben. Da will in Italien jemand seine Investitionen beschützen, wenn man schon seine Walzkapazitäten für SSHR ausbaut.

Eine logische Verbindung

Und auch gleich mit einem möglichen neuen Großkunden, dem Marcegaglia Konzern, aufwarten kann. Marcegaglia aber blöderweise über kein eigenes Warmwalzwerk für seine aus dem ehemaligen Outokumpu EAF stammenden Brammen hat, um daraus flachgewalzten Edelstahl im eigenen Walzwerk zu machen.

Nun hätte nicht nur AST etwas davon, die eigenen neuen und hochmodernen Walzanlagen direkt von Anfang an besser auszulasten, sondern auch der Arvedi Konzern, der über die neue Tochter AST an SSHR aus Brammen von Marcegaglia kommen kann, um daraus Rohre zu machen.

Dazu kann Marcegaglia sich die Investitionen in ein eigenes Warmwalzwerk sparen und seinen EX-OTK EAF besser auslasten und kommt an das SSHR, was sie brauchen, um daraus z.B. kaltgewalzten Edelstahl (SSCR) zu machen.

Wir hören erste Einwände…

Ja, natürlich ist die Produktion von Edelstahl in EAFs auf Basis von Schrott eher von unzureichender Qualität, um daraus Flachprodukte zu machen. Aber wissen Sie was? Die Europäische Union verschenkt gerade Steuer Milliarden an Subventionen, um die eigenen Stahlhersteller zumindest dem Anschein nach grün zu bekommen.

Und so ein alter EAF von Outokumpu muss bestimmt Generalüberholt und mit modernsten Mitteln auf 400.000 MT pro Jahr ausgebaut werden. Lässt sich bestimmt mit den zahlreichen EU Subventionen kostengünstig darstellen – gerade im Moment.

War da nicht was mit Fusion?

Verhandlungen zwischen zwei Europäischen Edelstahlriesen vor ein paar Monate wurden aufgrund von höchst wahrscheinlichen Einwänden der EU Wettbewerbshüter in Bezug auf eine mögliche marktbeherrschende Position schnell wieder abgebrochen.

Neuer Edelstahlkonzern könnte Bedenken ausräumen

Mit einem neuen europäischen Edelstahlkonzern, der im Kern aus bereits etablierten und traditionsreichen Unternehmen besteht und dazu noch fest in italienischer Hand ist, könnte somit der derzeit fehlende Gegenpart geschaffen werden, der den Wettbewerbshütern aktuell noch fehlt. Auch eine Form von Lobbyismus.

Jedenfalls können sich die drei italienischen Edelstahl Unternehmen nun deutlich unabhängiger von den Europäischen Edelstahlherstellern machen.

Hinweis der Redaktion: Dieses Szenario ist ein theoretisches Gedankenspiel auf Basis der uns vorliegenden Fakten und Erkenntnissen. Wir haben nur einzelne Teile in eine logische Reihenfolge gesetzt.

China: 200.000 Tonnen Kupfer verschwunden

Zum Schrecken einer Gruppe chinesischer Unternehmen, sind die Lagerbestände eines Kupfersulfat Lagers im Norden Chinas anscheinend um 200.000 Tonnen nach oben manipuliert worden. Bei einer Kontrolle wurde dann festgestellt, dass das Kupfer wahrscheinlich nie existiert hatte und Überverkäufe stattgefunden hatten. Der Gesamtwert des Schadens soll sich auf ca. eine Halbe Milliarde US-Dollar belaufen.

Betrug mit Rohstoffen kein Einzelfall

Bereits ein anderer großer Fall in Bezug auf Betrug mit Rohstoffen hatte in China für Aufsehen gesorgt, als dieses Jahr Aluminium im Wert von ca. einer Milliarde US-Dollar verschwunden war.

Da heißt es aufmerksam bleiben und mit vertrauenswürdigen Partnern zu arbeiten.

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