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Automotive Nachfrage nach Stahl zieht an
Automotive Nachfrage nach Stahl zieht an

22. Juli 2022 – Die Automobilhersteller in Europa und Asien fragen deutlich mehr Stahlprodukte nach. So meldet beispielsweise Japan einen Anstieg der Stahlnachfrage um mehr als 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. EZB-Zinserhöhung: Ein Gedankenexperiment.

Automotive Nachfrage nach Stahl zieht an

Aus Europa und Asien wird eine steigende Nachfrage nach Stahlprodukten aus dem Automobilsektor gemeldet – insbesondere kaltgewalzte Produkte sind gefragt. Dies sind klare Anzeichen dafür, dass sich die Branche erholt. In Europa wird in naher Zukunft mit einem Anstieg der Angebotspreise gerechnet.

Japanische Autoindustrie mit deutlich gestiegener Nachfrage

Auch die Nachfrage aus Japan wird im dritten Quartal 2022 voraussichtlich um fast 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigen. Dieser Anstieg wird sich voraussichtlich auch im vierten Quartal fortsetzen und gegenüber dem Vorquartal um mindestens 8 % steigen.

Nickel ist weiterhin knapp – Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Kwasi Ampofo, Head of Metals and Mining bei BloombergNEF, prognostizierte in einem Gespräch mit mining.com für das Jahr 2022 ein mögliches technisches Nickeldefizit von rund 37.000 Tonnen – falls Russland als einer der wichtigsten Lieferanten von hochwertigem Nickel nicht doch noch von Sanktionen betroffen sein sollte.

Keine Sanktionen, aber Zölle

Bislang gab es keine Sanktionen gegen Nickelexporte aus Russland aufgrund der Ukraine-Krise. Allerdings haben die Vereinigten Staaten kürzlich Zölle auf Nickelprodukte russischen Ursprungs eingeführt.

Zu groß für Sanktionen?

Und selbst wenn die beiden russischen Konzerne Norilsk Nickel und Rusal versuchen sollten, mit einer möglichen Fusion ein Unternehmen zu schmieden, das „zu groß für Sanktionen“ sein könnte, hätten die westlichen Staaten immer noch die Möglichkeit, Einfuhrverbote für einzelne Produkte oder Produktkategorien zu verhängen.

Nachhaltige Rohstoffproduktion begrenzt

Bei der nachhaltigen und CO2-reduzierten Gewinnung von Rohstoffen könnte es jedoch schnell zu Engpässen kommen, da bisher nur sehr wenige Bergbauunternehmen grün und umweltverträglich produzieren. Und schon jetzt gibt es einen milliardenschweren Investitionsstau im Bergbaubereich.

EZB hebt Leitzinsen an – Ein Gedankenexperiment

Die EZB hat eine Erhöhung der Leitzinsen für den Euroraum angekündigt. Hintergrund ist hier, wie in den Vereinigten Staaten, die Bekämpfung der Inflation.

Ungehemmt Geld in den Markt gepumpt

Nachdem die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank über ein Jahrzehnt lang fast hemmungslos Geld in die Märkte gepumpt haben, sollen neue Situationen – wie knappe Rohstoffe – mit altbewährten Methoden bekämpft werden.

Beispiel: In Deutschland fehlen 2 Millionen Wohnungen

Nimmt man einfach den wichtigen Wohnungsbaumarkt als Grundlage, so verteuert ein Anstieg der Leitzinsen den Bau von Gebäuden. Das macht ihn weniger attraktiv für Investoren, aber auch für Privatpersonen. Und das in einem Europa, das ohnehin schon von Wohnungsknappheit betroffen ist. Allein in Deutschland haben im Jahr 2021 in den 77 Großstädten mindestens 2 Millionen Wohnungen gefehlt.

Bauen soll jetzt noch teurer werden?

Von 2021 bis 2022 waren die deutschen Baupreise bereits um mehr als 14% gestiegen. Zu den bereits um bis zu 3 % gestiegenen Zinsen für Immobilien soll nun auch noch die Leitzinserhöhung der EZB hinzu kommen. Das wird das Bauen noch teurer machen.

Das drückt die Nachfrage nach dringend benötigtem Wohnraum. Und nicht nur dort. Dies ist nur ein Beispiel unter vielen.

Knappheit wird nicht durch Zinserhöhungen bekämpft

Das ändert aber vorerst nichts an der Geldmenge auf dem Markt. Wäre es daher nicht sinnvoll gewesen, zunächst die verfügbare Geldmenge deutlich zu reduzieren, anstatt mit dem alten Instrument der Zinserhöhungen zu versuchen, die Inflation auf einem Markt zu drücken, der von einer Knappheit betroffen ist, die nicht verschwinden wird?

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